Lesen und Bildung

Durch Ansehen von Büchern und Vorlesen lernt es schon als Kleinkind viele interessante Dinge aus der Natur oder vom Leben in der Stadt und auf dem Land kennen. Zum Beispiel die Tiere im Wald, im Dorf, Fische im Wasser und Vögel in der Luft.
Vorlesen und selber lesen von Geschichten entwickeln außerdem seine Fantasie und Gefühle. Das ist für seine Kreativität und die Beziehungen zu anderen Menschen von großer Bedeutung.
Lesen schärft den Verstand unseres Kindes. Vorlesen und selber lesen erweitert den Wortschatz unseres Kindes. Es lernt so, sich immer besser auszudrücken.
Durch lesen lernt es schneller richtig zu schreiben und zu sprechen.

Die Liebe zum Lesen und zu Büchern kommt nicht von allein. Das Lesen lernen und das eigene Lesen sind für die meisten Kinder zuerst eine ziemliche Anstrengung. Bevor unser Kind die Früchte des Lesens ernten kann, müssen auch wir uns anstrengen. Unserem Kind nur ein Buch in die Hand drücken hilft nicht. Wir müssen unser Kind mit Büchern vertraut machen. Ihm zeigen, welche Freude das Lesen von Büchern bringt.
Und das funktioniert so:
 

  • Bereits mit dem Kleinkind ab zwei Jahren sehen wir gemeinsam Bilderbücher mit keinem oder wenig Text an.
  • Später bis zum Schulalter lesen immer längere Geschichten vor. Wir sprechen mit unserem Kind über das Gelesene und die Bilder. Wenn es selber dazu  Fragen stellt oder Bücher sich gern mal von allein ansieht, sind wir auf dem richtigen Weg.
  • Wenn unser Kind in der Schule mit dem Lesen- und Schreiben lernen beginnt, helfen wir ihm dabei. Wir üben regelmäßig lesen mit ihm. Im Schullesebuch oder in eigenen Büchern. Täglich 15 Minuten reichen schon.
  • Wenn unser Kind schon fast flüssig lesen kann, geben wir ihm interessante Bücher zum selber lesen. Dann müssen wir auch nicht mehr immer dabei sein.Das Lesen lernen dauert bei Kindern unterschiedlich lange. Manche können es schon in der zweiten Klasse gut, andere brauchen bis zur vierten Klasse. Das ist noch kein Problem. Wenn es aber so gar nicht vorangeht, sollten wir mit der Lehrerin, dem Lehrer darüber sprechen.
 

Wenn wir mit unserem Kind unterwegs sind, bietet das eine gute Gelegenheit zum Lesen lernen. Überall in der Stadt gibt es etwas zum Lesen: auf Straßenschildern, auf allen möglichen Plakaten, an Ladenschildern und in Schaufenstern, an Zeitungskiosken. Unser Kind wird sich über seine Erfolge dabei sehr freuen. Und das spornt an, immer besser zu werden.
 

 

Preisgünstige Bücher und CDs gibt es in speziellen Buchläden, in besonderen Abteilungen normaler Buchläden oder auf Flohmärkten.
Bücher und Lesebücher (CDs) kann man kostenlos in öffentlichen Büchereien ausleihen. Wenn man sich anmeldet, bekommt man einen Leserausweis. Wichtig ist, dass man die meist vierwöchigen Ausleihtermine einhält. Sonst muss man Strafe zahlen.
Die Bücher sollten wir gemeinsam mit unserem Kind möglichst sorgfältig aussuchen. Sie sollten auf jeden Fall unserem Kind interessant uns spannend erscheinen.
 

 

„Die Wiederholung ist die Mutter der Weisheit“, lautet ein Sprichwort.
Durch die Wiederholung prägen sich die Geschichten bei unserem Kind immer besser ein. Wenn ihm die Geschichten immer wieder gefallen und das Kind sie gerne hören möchte, spricht nichts dagegen.
Das zeigt auch ein kleiner Test. Lesen Sie ihrem Kind eine vertraute Geschichte vor. Wenn Sie dabei ein oder zwei Sätze überspringen, wird das Kind sofort merken, dass da etwas fehlt. Es ist sehr aufmerksam und verfolgt den Verlauf der Geschichte. Es macht ihm Freude, dass er die Geschichte kennt. Das Kind merkt, dass es erfolgreich etwas gelernt hat.
 

 

Bücher sind auf jeden Fall ein gutes Geschenk. Man sollte einem Kind aber nicht nur Bücher schenken. Zum Beispiel sind CDs mit Musik und Filmen oder  technisches Spielzeug auch gute Geschenke für Jungen und Mädchen. Wenn unser Kind älter ist, können wir ihm auch ein Computerspiel schenken. Wichtig ist die richtige Mischung und dass alles altersgerecht ist. Bei der Wahl der Geschenke für unser Kind sollten wir uns mit den Verwandten absprechen.
 

 

Auf keinen Fall. Wir sollten unserem Kind niemals etwas verbieten, was es im Moment lieber macht. Und ihm stattdessen Lesen als Strafe aufzwingen. Auf diese Weise empfindet unser Kind das Lesen als etwas Unangenehmes. Zu seinem Schaden nehmen wir ihm jeden Spaß am Lesen.
Eine andere Sache ist es, unser Kind zum Lesen üben anzuspornen. Dann aber nicht als Strafe, sondern als etwas Gutes. Dafür ist es dann viel eher bereit sich anzustecken.
 

 

Das Wort „Leselust“ macht deutlich, dass das Lesen etwas mit Freude und Interesse zu tun haben soll. Das schließt eine starre Festlegung irgendwelcher Terminpläne wie zum Beispiel beim Militär aus. In der Kindererziehung muss es auch Freiräume für plötzliche Entschlüsse geben. Mal wird unser Kind lieber Fernsehen als auf der Straße zu spielen. Mal wird es unbedingt am Computer sitzen wollen. Oder ein anders Mal doch ganz gerne lesen wollen.
Wichtig ist nur, dass alle Aufgaben und Spielwünsche unseres Kindes zu ihrem Recht kommen. So sollte unser Kind nicht zu viel am Computer sitzen, aber auch nicht zu wenig lesen. Es muss insgesamt eine ausgeglichene Zeitplanung durchgesetzt werden. Und das ist unsere Aufgabe als Eltern.
 

 
Lesen entwickelt den Wortschatz unseres Kindes und somit kann es seine Gedanken und Gefühle besser zum Ausdruck bringen. Alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kind kontinuierlich liest. Aber einfach nur zu wollen und dem Kind ein paar Bücher vorzulegen ist nicht genug.
Erziehungswissenschaftler sagen, dass die Eltern eine große Rolle bei der Entwicklung der Kinder spielen. Wir Eltern sind für unsere Kinder die wichtigsten Vorbilder. Wenn wir als Eltern uns wünschen, dass unsere Kinder lesen sollen, dann müssen wir Vorbilder sein und selber auch lesen. Wir können nicht von unserem Kind eine ausgeprägte Lesegewohnheit erwarten, wenn wir als Vorbildfunkunktion nicht lesen.
Unser Kind muss im Alltagsleben seine Eltern beim Lesen von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern beobachten können.
Diese Beobachtung wird bei der Entwicklung des Lesegewohnheites unseres Kindes eine wichtige Rolle spielen.
 
 
Bücher helfen unserem Kind sich auf die Realitäten des Lebens vorzubereiten. Geschichten, Figuren und Ereignisse, die in den Büchern beschrieben werden bereichern die Phantasie unseres Kindes. Kinder lernen mit der Zeit auch die Informationen, die sie über die Bücher bekommen, im täglichen Leben zu verwenden.
Unser Kind kann einige Aspekte, die es im Buch liest nicht verstehen. Hier sollten wir als Eltern für die die Fragen unserer Kinder anwesend sein.
Erziehungswissenschaftler sagen, dass richtiges Lesen nicht bedeutet, das Kind alleine beim Lesen zu lassen. Besonders in der Vor-und Grundschulalter brauchen Kinder beim Lesen einen Erwachsenen neben sich.
Lesen im Dialog ist sehr wertvoll. Das ist die beste Form des Lesens.
Solange das Kind nicht allein sein möchte, sollten wir als Eltern unser Kind beim Lesen nicht alleine lassen. Dies wird die Entwicklung seines Lesegewohnheites unterstützen. Außerdem wird damit die Kommunikation zwischen Kind und den Eltern positiv beeinflusst.
 
 

Das Lesen erweitert die kreative Phantasie unserer Kinder. Beim regelmäßigen Lesen bekommt unser Kind Informationen über die Außenwelt, die er in der Familie nicht bekommt. Liest unser Kind regelmäßig, dann entwickelt sich die Lesegewohnheit auch besser. Um dies zu erreichen sollte zu Hause eine Bibliothek vorhanden sein. Wenn die Bücher in unserer Wohnung in verschieden Zimmer in einer unregelmäßigen Weise verstreut sind, bekommt das Kind ein Gefühl, dass den Büchern in seiner Familie kein Wert gegeben wird.
Erziehungswissenschaftler schlagen den Eltern deswegen vor eine Bibliothek zu Hause einzurichten, wo alle Bücher in geordnetem Zustand bewahrt werden. Nach Einschätzung von Experten muss die Bibliothek sich nicht unbedingt im Kinderzimmer befinden. Wichtig ist, dass es von allen Familienmitgliedern erreicht werden kann und für jeden zugänglich ist.
Die Bücher in der Bibliothek kann man nach Mutter, Vater, und nach dem Namen des Kindes ordnen. Eine Bibliothek in der Wohnung wird letztlich dazu beitragen, dass unser Kind regelmäßig Bücher liest.
 

 

Alle Eltern sind über die Wichtigkeit der Lesegewohnheit ihres Kindes bewusst. Aber das Lesen sollte für das Kind kein Bedarf sondern eine Gewohnheit sein.
Diese Entwicklung ereignet sich aber nicht von selbst. Die Lesegewohnheit des Kindes entwickelt sich nur durch die Unterstützung der Eltern. Zuerst muss unser Kind verstehen, was er liest.
Erziehungswissenschaftler schlagen den Eltern vor über das Buch zu sprechen, die man liest. Denn das Kind schweigt, wenn wir als Eltern ein Buch lesen. Aber es ist wichtig, mit dem Kind über die Geschichte zu sprechen, die man im Buch liest.
Wenn das Kind anfängt über das Buch oder über die Geschichte im Buch zu sprechen, dann können wir davon ausgehen, dass es die Geschichte verstanden hat. Unser Kind muss lernen die Geschichte, die er liest, in seiner eignen Sprache nachzuerzählen. Dabei kann das Kind nicht nur die Geschichte nacherzählen, sondern die das Thema mit einen Ereignis, an den es sich erinnert verbinden. Somit kann unser Kind über die Geschichte, die es gelesen hat, mit anderen Aspekten weitererzählen.